Letzte Bearbeitung: 1. August 2020 © MEC Bergheim (Erft) e. V.
Die Geschichte der Eisenbahn mit Fahrzeugen, Signalwesen und Dienstvorschriften wird in Epochen zur Unterscheidung der Betriebszeit eingeteilt. Die Epochen beginnen mit Entstehung der Bahnen und reichen bis heute. Einzelne Epochen gliedern sich in weitere Untergruppen.   Epoche I  bis 1925  Deutsche Länderbahnen  Es entstehen: ·	Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (KPEV oder K.P.E.V.) ·	Königliche Bayerischen Staatsbahnen (K.Bay.Sts.B.) ·	Königlich Sächsische Staatseisenbahnen K.Sächs.Sts.E.B. ·	Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen BadStB ·	Königlich Würthembergischen Staatsbahnen (K.W.St.E.) ·	Großherzogliche Hessische Staatseisenbahnen ·	Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn (M.F.F.E.)  ·	Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (GOE) ·	Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen.  Die Nassauische Staatsbahn, die Königliche Hannoverische Staatseisenbahnen und die Herzogliche Braunschweigische Staaatseisenbahn gehen später in der Preußischen Eisenbahnverwaltung auf. Dazu kommen einige Privatbahnen und Bahnen in den Kolonien.     Amtliche Schreiben werden nicht mit Stempel sondern mit Siegelmarken versehen.     Preußen leistet sich die Königliche Preußische Militäreisenbahn (KME). Die Strecke der vom Militär ab 1843 betriebenen Bahn führt von Schöneberg nach Jüterbog Militärbahnhof.  Ab 1888 wird auch ziviler Personenverkehr zugelassen, nach dem ersten Weltkrieg darf diese Strecke nicht mehr als Militärstrecke betrieben werden. Ab 1921 untersteht sie der Reichsbahndirektion Berlin, Teilstücke werden bis zum 19. April 1998 im Güter- und Personenverkehr genutzt.  Ab 1901 finden erste Versuche im elektrischen Schnellfahrbetrieb statt. Am 7. Oktober1903 wird die 200 km/h Marke erreicht.  Eine der bekanntesten Eisenbahnstrecken in Preußen ist die Ostbahn. Ab 1860 gibt es von Berlin bis Eydtkuhnen an der russischen Grenze durchgehend Betrieb.  Die Wagen erhalten Lackierungen in verschiedenen Farben, die Grundformen der Dampflokomotiven entstehen, darunter auch die ersten Verbundlokomotiven,  Heißdampflokomotiven, Vergaser-Triebwagen, Akkutriebwagen und Elektrolokomotiven. Wagen in Schnellzügen erhalten Drehgestelle und 4 Achsen.  Die Preußische Staatsbahn im Oberschlesischen Bergrevier und die Bayerischen Staatsbahnen setzen Lokomotiven mit elektrischem Antrieb ein.  Nach dem 1. Weltkrieg beginnt Preußen die Dampfloks schwarz zu lackieren.     Epoche II  1925  -  1945  Ab 1924 wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft DRG gegründet. Die 4. Wagenklasse wird abgeschafft, Personenwagen werden einheitlich in Flaschengrün lackiert und die Dampflokomotiven in schwarz-rot. Es entstehen Einheitsbauarten, trotzdem ist das Bild der Fahrzeuge zunächst noch wegen der Länderbahnen bis alle umlackiert oder ausgemustert sind bunt gemischt.  Entwicklung  vieler neuer Fahrzeuge wie Schnelltriebwagen,  Stromliniendampflokomotiven.  Henschel-Wegmann-Zug für die Strecke Berlin-Dresden in Konkurrenz zu den Schnelltriebwagen. Der von einer BR 61 gezogene Stromliniendampfzug erreicht auf der Strecke Berlin-Dresden 135 km/h.  Ab 1937 werden die Eisenbahnen des Saarlands u. Österreichs in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert. Die Triebfahrzeuge und Wagen erhalten den Reichsadler mit Hakenkreuz. Entwicklung der Kriegslokomotiven BR  52 und E 94 sowie Behelfspersonenwagen.  •	Periode II a: 1920 bis 1925 – von den deutschen Länderbahnen auf das Reich unter dem Namen „Deutsche Reichsbahn“, Gründung der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (1924). Noch haben die Fahrzeuge die alte Farbe u. Kennzeichnung. •	Periode II b: 1925 bis 1937 –  einheitlicher Lokomotivanstrich (z. B. bei Dampfloks das noch heute bekannte schwarz/rot), Einführung des Nummernplanes, Weiterbau der Vollbahn-„Elektrisierung“ in Schlesien, Mittel- und Süddeutschland. •	Periode II c: 1937 bis 1950 –  „Deutsche Reichsbahn“ in unmittelbarer staatliche Führung. Die Eisenbahnen des Saarlandes und Österreichs werden in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert. Hakenkreuz mit Reichsadler werden an Triebfahrzeugen und Reisezugwagen angebracht.     Epoche III 1945 -1970  Nach Kriegsende gibt es in den Besatzungszonen unterschiedliche Beschriftungen auf den Fahrzeugen. Brit U.S. Zone:  DR Brit-US Zone Französische Zone: SWEG Süddeutsche Eisenbahngesellschaft (SWED Südwestdeutsche Eisenbahnen) Sowjetischen Zone (SBZ) einschließlich Westberlin und der Berliner S-Bahn: DR    Gründung der Deutschen Bundesbahn der BRD am 7. September 1949. 1959 werden das 3. Spitzenlicht, die blauen FD Züge und später der DB Keks eingeführt, die 23105 wird die letzte Neubaudampflok.  Gründung der Deutschen Reichsbahn der DDR am 1. April 1949. Da die Betriebsrechte für die DDR und Berlin einschließlich Westberlins der DR übertragen wird, behält sie bis zum Zusammenschluss von DB und DR zur Deutschen Bahn ihren Namen. Dienstmützen behalten die schwarz-rot-goldene Kokade gegenüber anderen Dienststellen der DDR.   Epoche IV 1965  -1990  Deutsche Bundesbahn Einführung von Computernummern bei Loks, UIC-Nummern an Wagen, Einführung von TEE und später IC/EC Zügen mit Lackierung in rot-beige, ozeanblau-beige, Dampfloks werden ausgemustert.  Deutsche Reichsbahn Einführung von Computernummern bei Loks, UIC-Nummern an Wagen, neue Lackierungen der Wagen  in orient- oder verkehrsrot, Dampfloks bleiben bis 1988 im Einsatz.  Die obengenannten Änderungen werden auch einzelnen Unterepochen zugeteilt.  Am 26. Oktober 1977 finden die letzten von Dampfloks geführten Fahrten mit der 043 315-1 vom Hafen in Emden zum Rangierbahnhof Emden der DB statt, die allerletzte Fahrt fiel der 043 903-4  zu. Am 27. Oktober 1977  00:00 Uhr wurde das Dampflokverbot auf DB Gleisen wirksam und gilt bis 1985 zur 150 - Jahrfeier.   Epoche V  1990 - 2005  Die Epoche V wird mit Beginn der Grenzöffnung verknüpft. DB und DR werden zur Deutschen Bahn. Bis zur Gründung der Deutschen Bahn AG 1994 wird unter den jeweiligen alten Namen gefahren, das neue DB Symbol wird eingeführt. Auch hier werden die Änderungen Unterepochen zugeteilt, auffällig wird bei der Wagenlackierung, dass Züge zu rollenden bunten Werbeträgern werden. IC und EC Züge werden mit Mehrstromlokomotiven bespannt, dadurch ist beim Grenzübertritt kein Lokomotivwechsel mehr notwendig.   Epoche VI  ab 2005  2007 werden die Wagen neu beschriftet, die UIC Nummer kennzeichnet nicht mehr die Bahngesellschaft sondern das Herkunftsland. Ab 2010 werden im Personenverkehr vermehrt Triebwagenzüge eingesetzt. Lokomotiven erhalten eine 12-stellige UIC Nummer, Güterzüge verkehren als Ganzzüge.
Epochen der Deutschen Eisenbahn von Heinz Waske